Maike Hildebrand

Bremer Hörkino am Mittwoch, 6. September 2017:

Die Kampfansage

Mercedes-Arbeiter fordern ein neues Streikrecht

Maike Hildebrand Deutschlandfunk, 2017

Während einer Nachtschicht im Dezember 2014 legten 1.300 Mercedes-Beschäftigte im Bremer Werk spontan die Arbeit nieder. Sie protestierten gegen Leiharbeit und eine weitere Auslagerung von Arbeitsplätzen. Es war ein »wilder Streik« – die IG Metall wollte die Aktion nicht unterstützen.

Daimler reagierte scharf, sprach hunderten Mitarbeitern Abmahnungen aus und drohte im Wiederholungsfall mit Kündigung. Doch die kämpferischen Metallarbeiter klagen nun gegen den Konzern. Sie wollen eine Reform des deutschen Streikrechts bewirken, das Arbeitsniederlegungen ohne Gewerkschaftsbeschluss verbietet. Nach Ansicht der Kläger und ihrer vier Anwälte steht das geltende Streikrecht im Widerspruch zum Grundgesetz und zur Europäischen Sozialcharta.

Von ihrer Gewerkschaft fühlen sich die Arbeiter im Stich gelassen. Welche Chancen hat die Klage?

Maike Hildebrand, in Bremen geboren, studierte Sozialwissenschaften und arbeitet als freie Autorin im ARD-Hörfunk mit den Schwerpunkten Umwelt, Politik, Frauen.

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