Marie von Kuck

Bremer Hörkino am Mittwoch, 5. Juni 2019:

Täter in Uniform

Polizeigewalt in Deutschland

Marie von Kuck Südwestrundfunk/Deutschlandfunk/Westdeutscher Rundfunk, 2018

Wenn Polizisten in Deutschland Straftaten begehen, werden sie nur sehr selten zur Verantwortung gezogen – begünstigt durch ein System, in dem Gewalt von Polizisten nicht unabhängig untersucht wird. Dafür landen nicht selten die Opfer auf der Anklagebank. Doch was, wenn Polizisten selbst zur Gefahr werden? Die Liste der Vorwürfe ist lang: Anschläge auf friedliche Bürger, Misshandlungen in Gewahrsamszellen, sogar Totschlag und Mord im Dienst. Die Polizeigewerkschaft spricht von bedauerlichen Ausnahmen und schwarzen Schafen.

Amnesty International kritisiert strukturelle Polizeigewalt in Deutschland: Strafanzeigen gegen Polizisten führen selten zu einem Verfahren, Geschädigte, die sich wehren, bekommen dagegen die ganze Härte des Gesetzes zu spüren. Im Vergleich zum Bevölkerungsdurchschnitt werden Polizisten nur selten verurteilt. Wird der Rechtsstaat seinem Anspruch noch gerecht?

Dieses Feature errang beim Prix Europa 2018 den zweiten Platz in der Kategorie »current affairs«?–?und somit die besondere Empfehlung der Jury.

Marie von Kuck, in Leipzig geboren in der Oppositionsbewegung aktiv, studierte Puppenspiel und ist Theatertherapeutin. Für den Rundfunk schreibt sie Reportagen, Hörspiele und Radio-Features. Erhielt den Deutschen Sozialpreis und den Medienpreis des Deutschen Roten Kreuzes.

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