Bremer Hörkino am Mittwoch, 4. März 2026:
Westsahara
Heißer Sand und ein verlorenes Land
Olivia Wimmer, Österreichischer Rundfunk, 2025
Die Westsahara ist ein von Marokko besetztes Gebiet an der Nordwestküste Afrikas. Im Jahr 1975 bricht der Krieg zwischen Marokko und dem Volk der Sahrawi aus. Hunderttausende Sahrawi fliehen ins Landesinnere, in die Wüste, und über die Grenze nach Algerien, wo sie sich mitten in der Sahara in improvisierten Zeltstädten niederlassen. Der von der UNO verhandelte Waffenstillstand von 1991 ist an eine Abstimmung gekoppelt: ein Referendum. Die Sahrawi sollen entscheiden, ob sie zu Marokko gehören oder einen eigenen Staat gründen wollen. Doch das Referendum findet nie statt. Die Menschen harren seit 50 Jahren in der Wüste aus.
Das Klima ist unwirtlich, internationale Hilfsorganisationen helfen mit Lebensmitteln und Wasser, doch nicht immer reichen die Rationen. Gesundheits- und Bildungssystem sind elementar ausgebaut, in den Lagern gibt es kaum Jobs oder Freizeitangebote für junge Menschen. Ein Leben im Verharren in kompletter Abhängigkeit. Und so sind viele wieder bereit, zu den Waffen zu greifen, denn die junge sahrawische Generation ist des Wartens müde.
Olivia Wimmer, geboren 1983 in Grieskirchen, hat Arabistik und Fotografie in Wien und Spanien studiert. Arbeitet als freie Radiojournalistin und Reportagefotografin mit Schwerpunkt Naher Osten
Sprecher*innen: Alina Fritsch, Dominic Oley, Fanny Altenburger, Raphael Muff, Philip Scheiner, Felix Kammerer, Rainer Doppler, Michael Köppel und Olivia Wimmer
Wir danken unserer Hörkino-Unterstützerin Regina Dietzold für die Themen-Idee und die Vermittlung.
